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Psyche und Diabetes

Jugendlichen fällt es besonders schwer, die Diagnose Diabetes zu akzeptieren

Bei aller Medizin: Wo bleibt die Psyche?

Was medizinisch einfach klingt, ist in der Realität nicht ganz so einfach. Die Diagnose Diabetes kann Jugendliche komplett aus der Bahn werfen. Von Verdrängung über Therapieverweigerung bis zu ernsthaften Depressionen erleben wir als Diabetes-Spezialisten alle Arten von Reaktionen.

Der Diabetes erwischt Jugendliche genau in dem Moment, in dem sie weder ihren Körper noch ihren Geist selber richtig einordnen können. Sie beginnen gerade, sich aus der elterlichen Kontrolle zu lösen, die „Freiheit“ zu genießen. Und dann kommt mit dem Diabetes eine Krankheit, die Selbstdisziplin und Kontrolle erfordert. Gerade erst flügge geworden, werden sie wieder eingefangen.

Dazu können Ausgrenzungen in der Schule oder am Ausbildungsplatz kommen: Die betroffenen Jugendlichen sind auf einmal anders als ihre Altersgenossen. Sie müssen nach Plan essen, auf Bewegung achten und selber Insulin spritzen. Von Mobbing bis zu unwissenden Fragen „Ist das ansteckend?“ ist alles möglich.

Seelische Unterstützung durch Familie, Freunde und das medizinische Team ist unerlässlich in dieser schwierigen Lebensphase. Das medizinische Team besteht aus Diabetologen, Diabetesberatern und Diätassistenten. Jugendliche finden in ihnen kompetente Ansprechpartner. Vor allem bei Fragen, die Heranwachsende nicht so gerne mit ihren Eltern besprechen möchten.