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Belastende Probleme

Diabetes kann die Libido und die Sexualfunktion bei Frau und Mann beeinträchtigen

Diabetes und Impotenz

Vier bis sechs Millionen deutsche Männer kämpfen nach Expertenschätzung mit Potenzstörungen. In rund 25% der Fälle ist die Ursache eine Diabetes-Erkrankung. Aber auch bei Frauen kann der Diabetes die Sexualität beeinflussen. Viele Betroffene ergeben sich lieber ihrem „Schicksal“, als Hilfe zu suchen. Dabei sind sexuelle Störungen eine normale Erkrankung, die sich oft gut behandeln lässt.

Kaum etwas ist in unserer Gesellschaft mit mehr Tabus belegt, kaum etwas wird in den Medien wirklichkeitsferner dargestellt als die Sexualität. Deswegen sind sexuelle Störungen für die wenigsten eine Volkskrankheit. Doch die Statistik spricht eine klare Sprache: Vermutlich wäre jeder von uns in seinem persönlichen Umfeld damit konfrontiert, wenn offen über Impotenz und andere sexuelle Probleme gesprochen würde.

Selten führt nur eine einzige Ursache zu den Beschwerden. Meist schaukeln sich organische, psychische und/oder medikamentöse Einflüsse gegenseitig hoch. Doch Diabetes und andere hormonelle Störungen spielen sehr oft eine maßgebliche Rolle.

Verlust der Libido

Bei Menschen mit schlecht oder gar nicht behandeltem Diabetes, egal ob Typ 1 oder Typ 2, kann mit der Zeit das sexuelle Verlangen zurückgehen. Grund ist unter anderem ein sinkender Testosteronspiegel. Dieser Verlust der Libido betrifft beide Geschlechter, denn Testosteron ist sowohl für Männer als auch für Frauen ein sehr wichtiges Sexualhormon.

Die Libido ist der zentrale Schlüssel: Ohne sexuelles Verlangen entsteht kein Sexualleben. Da helfen auch Viagra & Co. nicht, die bei anderen Beschwerden wertvolle Dienste leisten können. Entscheidend ist der Hormonhaushalt, der durch den Diabetes aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Wo setzt die Behandlung an?

Diabetes ist die häufigste Ursache für Potenzprobleme und sexuelle Störungen. Je früher Diabetes erkannt wird und je wirksamer er dauerhaft überwacht und behandelt wird, desto besser. Denn die Schäden, die der Diabetes an Nerven und Gefäßen anrichtet, sind nicht mehr umkehrbar. So können erste Erektionsschwächen zu einer dauerhaften Impotenz werden, wenn der dahinter stehende Diabetes nicht entdeckt wird.

In vielen Fällen reicht schon eine Anpassung der Lebensgewohnheiten aus, um den Diabetes in den Griff zu bekommen: Bewusste Ernährung, ausreichende Bewegung und Stressabbau sind bei einem Diabetes mellitus die Schlüssel für bessere Blutzuckerwerte und ein erfüllteres Sexualleben. Zusätzlich stehen erprobte medikamentöse Therapien bis hin zur Insulintherapie zur Verfügung.

Viele Therapieoptionen

Speziell für die Behandlung einer Erektilen Dysfunktion gibt es eine Reihe weiterer Optionen. PDE-5-Hemmer wie Viagra, Cialis oder Levitra unterstützen die Erektion medikamentös. Auch mechanische Erektionshilfen, Injektionstherapien oder Implantate können wieder zu einem erfüllteren Sexualleben führen. Störungen der Sexualität sind kein Schicksal.

Ein unbehandelter Diabetes kann genauso die Ursache sein wie andere Gefäßerkrankungen oder medikamentöse Nebenwirkungen. Konsultieren Sie auf jeden Fall Ihren Arzt und sprechen Sie offen darüber. Je früher die Ursache erkannt wird, desto geringer sind die psychischen und körperlichen Folgen.

Weitere Infos finden Sie unter:

www.diabetes-ratgeber.net
www.impotenz-selbsthilfe.de
www.menopausematters.co.uk
www.fsfi-questionnaire.com