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Ausbildungswege Diabetologie

Wie wird man eigentlich Diabetologe?

Drei Wege zur ärztlichen Zusatzqualifikation

Die Bedeutung der Diabetes-Forschung und -Behandlung wird auch in Zukunft weiter wachsen. Denn leider wächst auch die Zahl der Diabetes-Betroffenen stetig – und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Es braucht also künftig noch mehr Nachwuchsmediziner, die sich in diesem medizinischen Gebiet engagieren wollen.
Interessenten informieren wir gerne.
Im Folgenden möchten wir Ihnen die Ausbildungsmöglichkeiten in der Diabetologie etwas näher vorstellen. In Bayern stehen den Absolventen eines Medizinstudiums grundsätzlich drei Zugangswege zur Diabetologie offen. Zwei davon führen über die Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammer, der dritte über das Weiterbildungsangebot der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Anerkennung durch die Bayerische Landesärztekammer

  • Facharzt (m/w) für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie

Wer Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie werden möchte, muss sich nach seinem sechsjährigen Medizinstudium an einer von der Landesärztekammer anerkannten Weiterbildungsstätte fortbilden – beispielsweise an einer Uniklinik. In der ersten Phase der Weiterbildung steht die internistische Basisausbildung im Vordergrund. Darauf aufgesetzt wird die Spezialisierung auf die Behandlung hormonell bedingter Erkrankungen (= Endokrinologie) und auf die Behandlung von Diabetes. Wer abschließend die mündliche Prüfung besteht, darf die Bezeichnung „Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie“ nach dem ärztlichen Standesrecht führen.

  • Facharzt (m/w) für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin mit Zusatz-Weiterbildung Diabetologie

Auch bereits zugelassene oder seit Jahren praktizierende Fachärzte für Allgemeinmedizin oder für Innere Medizin können eine anerkannte Zusatz-Qualifikation „Diabetologie“ erwerben. Weil es bei dieser Zusatz-Weiterbildung keinen endokrinologischen Ausbildungszweig gibt, ist sie auf 18 Monate angesetzt. Im Fokus steht der Erwerb von Kenntnissen und Erfahrungen in der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Diabetes. Zudem werden die teilnehmenden Fachärzte befähigt, strukturierte Schulungskurse für Diabetes-Betroffene anzuleiten.

Anerkennung durch die Deutsche Diabetes Gesellschaft

  • Diabetologe (m/w) DDG

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) besteht schon seit 50 Jahren und ist eine der großen medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland. Das Ziel der DDG ist die wirkungsvollere Vorbeugung und Therapie der komplexen Erkrankung Diabetes. Um diesem ambitionierten Anspruch gerecht zu werden, bietet die DDG seit vielen Jahren qualitativ hochwertige Weiterbildungen für Heilberufe, Psychologen und Mediziner an. Wer sich zum „Diabetologen DDG“ fortbilden möchte, muss bereits über eine Zulassung als Facharzt für Innere Medizin oder als Facharzt für Allgemeinmedizin verfügen. Kern des DDG-Schulungsprogramms ist eine zweijährige Weiterbildung in einer von der DDG anerkannten medizinischen Einrichtung – wovon mindestens zwölf Monate in einer stationären Einrichtung erfolgen müssen. Vorgeschrieben ist außerdem ein insgesamt 80-stündiger Kurs zum Themenfeld „Klinische Diabetologie“ und ein viertägiges Seminar zur „patientenzentrierten Gesprächsführung“.