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DPP-4-Hemmer offenbar „herzneutral“

DPP-4-Hemmer offenbar ohne kardiovaskulären Effekt

Die sogenannten DPP-4-Hemmer bremsen den Abbau des blutzuckersenkenden Hormons GLP-1. Dadurch bieten diese Antidiabetika den Vorteil, dass sie eine Überzuckerung nach der Nahrungsaufnahme erfolgreich unterbinden, jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Unterzuckerung fördern. Allerdings war man sich bei den DPP-4-Hemmern bis vor Kurzem nicht ganz sicher, welche Auswirkungen sie auf das Herz-Kreislauf-System haben. Zwei klinische Studien haben nun ergeben: offenbar gar keine Auswirkungen.

Prof. Dr. Karsten Müssig vom Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf präsentierte die Ergebnisse der beiden Studien EXAMINE und SAVOR auf dem Symposium der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in Dresden. Insgesamt hatten an diesen beiden Studien fast 22.000 Typ-2-Diabetiker teilgenommen. Alle Studien-Teilnehmer hatten entweder kürzlich einen akuten Herz-Kreislauf-Vorfall (= kardiovaskuläres Ereignis) oder wiesen ein ausgeprägtes Risiko für einen solchen Vorfall auf (v.a. für einen Herzinfarkt).

Bei beiden Studien wurde die antidiabetische und kardiovaskuläre Behandlung der Patienten mit den jeweiligen Standardtherapien fortgeführt. Bei der EXAMINE-Studie wurde eine Patientengruppe zusätzlich auf den DPP-4-Hemmer Alogliptin eingestellt, die Vergleichsgruppe erhielt ein Placebo. Bei der SAVOR-Studie nahm eine Patientengruppe den DPP-4-Hemmer Saxagliptin ein, die Vergleichsgruppe wiederum erhielt ein Placebo.

Das Fazit beider Studien: DPP-4-Hemmer haben offenbar keinen negativen Effekt auf das kardiovaskuläre Risiko. Allerdings konnte im Gegenzug bislang auch kein positiver kardiovaskulärer Effekt nachgewiesen werden. Den hatte man sich von den DPP-4-Hemmern aufgrund ihrer positiven Wirkung auf den Langzeitblutzucker-Wert erhofft.