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Fettleber und Typ-2-Diabetes

Fettleber und Typ-2-Diabetes

In Deutschland soll bereits jeder dritte Erwachsene eine Fettleber aufweisen. Zu den Hauptursachen dieser Erkrankung zählt deutliches Übergewicht, aber auch zahlreiche andere Faktoren können zu ihrer Entstehung beitragen – Diabetes mellitus gehört ebenfalls dazu. Umgekehrt fördert eine Fettleber die Entstehung von Typ-2-Diabetes und von Herz-Kreislauferkrankungen.

Wie genau die Fettleber diese Erkrankungen begünstigt, das wollten Wissenschaftler von der Uniklinik Tübingen herausfinden. Prof. Dr. Norbert Stefan vom Lehrstuhl für klinisch-experimentelle Diabetologie hat mit seinem Team in den letzten Jahren intensive Forschungsarbeit betrieben und die Ursache im veränderten „Sekretionsverhalten“ der Fettleber gefunden. Das bedeutet: Im Vergleich zu einer gesunden Leber gibt eine Fettleber ihre Hormone in einem Missverhältnis ins Blut ab, das die Entstehung von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen fördert.

Diese wertvolle Erkenntnis ändert jedoch nichts daran, dass deutliches Übergewicht nach wie vor ein Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Typ-2-Diabetes und von Herz-Kreislauferkrankungen ist. Eine Gewichtsabnahme durch Ernährungsumstellung und mehr Bewegung senkt dieses Risiko signifikant. Bei Patienten mit einer Fettleber erhöht die Gewichtsabnahme darüber hinaus die Chance, dass sich auch die Fettleber-Erkrankung zurückbildet.

Doch leider zeigt eine Gewichtsabnahme nicht immer diesen Effekt. Zudem sind bei Weitem nicht alle Patienten mit einer Fettleber stark übergewichtig (auch eine chronische Mangelernährung kann die Ursache sein). Deshalb arbeiten die Tübinger Wissenschaftler um Prof. Dr. Norbert Stefan derzeit an einer weiteren Therapie-Option: an einem neuen Medikament, das den Leberfettgehalt reduzieren soll.