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Kann Kaffee Diabetes verhindern?

Kann Kaffee Diabetes verhindern?

Wer tagsüber zu viele Tassen Kaffee trinkt oder sich spätabends noch einen Kaffee-Pott gönnt, der hat nachts eventuell große Probleme mit dem Einschlafen. Denn das beliebte Heißgetränk enthält pro Tasse ungefähr 100 mg Koffein. Und Koffein ist ein Stimulantium, das anregend auf unser zentrales Nervensystem wirkt.

Aber das ist ja nichts Neues, werden Sie jetzt sicher denken, dieser Effekt ist doch schon lange bekannt. Stimmt. Was die Wissenschaft aber bis heute noch nicht so genau beantworten kann, ist die Frage, ob Kaffee auch anregend auf die Gesundheit wirkt. Und ob er vielleicht sogar Krankheiten wie Diabetes verhindern kann…

Kaffee – Ungesund oder gesund?

Früher galt Kaffee als definitiv gesundheitsschädlich. Man nahm an, dass Kaffee den Blutdruck erhöht, dass er entwässernd wirkt und den Magen reizt. Wenn es denn unbedingt sein müsse, so der Tenor der Ärzte, solle man morgens eben seine Tasse trinken – mehr aber nicht. Heute dagegen behaupten viele Mediziner und Forscher genau das Gegenteil: Kaffee habe überhaupt keine Auswirkung auf den Blutdruck, dafür aber einen positiven Effekt auf den Stoffwechsel. Außerdem könne er wirksam dazu beitragen, Krankheiten zu verhindern. Typ-2-Diabetes zum Beispiel.

Laut einem Artikel bei diabetes-ratgeber.net sind US-Wissenschaftler der Harvard-Universität zu dem Schluss gekommen, „dass Kaffeetrinker, die täglich mindestens sechs Tassen konsumieren, im Vergleich zu Kaffee-Abstinenzlern um rund ein Drittel seltener an Typ-2-Diabetes erkranken.“ Jedoch gibt der Diabetologe Peter Nawroth gegenüber diabetes-ratgeber.net zu bedenken, dass derartige Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen Ernährungsgewohnheiten und Erkrankungen vornehmlich aus Beobachtungsstudien stammen. Diese Studien können zwar durchaus zeigen, dass Kaffeetrinker seltener an Diabetes erkranken als Kaffee-Abstinenzler. Das muss aber nicht automatisch bedeuten, dass der Kaffeekonsum tatsächlich das Diabetes-Risiko senkt. Es kann ja auch sein, dass die Kaffeetrinker aus der Beobachtungsstudie weniger Wurst aßen und sich mehr bewegten als die Nicht-Kaffeetrinker.

Lange Rede, kurzer Sinn: Noch immer gibt es keine stichhaltigen Beweise, dass Kaffeekonsum dazu beiträgt, die Entstehung von Krankheiten wie Diabetes zu verhindern. Es gibt aber auch keine Hinweise, dass Kaffee die Gesundheit schädigt. Deshalb können auch Diabetes-Patienten weiterhin ihre Tasse Kaffee trinken, sofern der behandelnde Arzt dagegen keine Einwände hat. Allerdings sollte man es mit dem Muntermacher nicht übertreiben, sonst kann Kaffee zu erhöhter Nervosität, Herzrasen und Konzentrationsstörungen führen.


Foto: Viktor Hanacek / picjumbo.com