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Kann Metformin Präeklampsie verhindern?

In Deutschland ist Metformin bei Schwangeren nicht zugelassen

Die Präeklampsie ist eine Schwangerschaftserkrankung (Gestose), die sich vor allem durch Bluthochdruck, Wassereinlagerungen (Ödeme) sowie durch eine erhöhte Eiweißausscheidung über den Urin äußert. Diese Erkrankung kann mit zunehmendem Schweregrad zu ernsten Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen führen. Umso wertvoller wäre es daher, wenn die Entstehung einer Präeklampsie komplett verhindert werden könnte.

Risikofaktoren frühzeitig erkennen und reduzieren

Zwar sind die Ursachen der Erkrankung noch nicht vollends geklärt, doch sind die wesentlichen Risikofaktoren bekannt, die die Entstehung begünstigen. Zu diesen Risikofaktoren gehören Grunderkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus sowie ein deutliches Übergewicht (Adipositas).

Die gute Nachricht: Sind diese Risikofaktoren als solche bekannt, kann das Präeklampsie-Risiko bereits vor der Schwangerschaft wirksam reduziert werden. Im Falle von vorliegenden Grunderkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus ist eine gut eingestellte Therapie das A und O. Bei starkem Übergewicht ist es die vernünftige, nicht zu schnelle Gewichtsabnahme durch eine ausgewogene Ernährung.

Studie: Metformin-Gaben bei adipösen Schwangeren

Was aber, wenn das starke Übergewicht bis in die Schwangerschaft bestehen bleibt? Eine englische Studie hat gezeigt, dass das Präeklampsie-Risiko bei adipösen Schwangeren durch die Gabe des Wirkstoffs Metformin deutlich gesenkt werden kann. Metformin ist ein Wirkstoff, der in erster Linie zur Therapie des Typ-2-Diabetes eingesetzt wird. Daneben unterstützt Metformin aber auch die Gewichtsabnahme und senkt das Risiko für das Auftreten schwerer Herz-Kreislauferkrankungen.

Laut aerzteblatt.de waren alle Teilnehmerinnen der englischen Studie schwanger, alle hatten deutliches Übergewicht (Adipositas), aber keinen Diabetes. Im Studienverlauf wurde einem Teil der Teilnehmerinnen Metformin verabreicht, der andere Teil erhielt ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff (Placebo). Das Ergebnis laut aerzteblatt.de: „Im Metformin-Arm der Studie erkrankten nur 3,0 Prozent der Schwangeren an einer Präeklampsie, während es im Placebo-Arm 11,3 Prozent, also fast viermal so viele Frauen waren.“ Das Medikament wäre somit eine Option, das Präeklampsie-Risiko zu senken, wenn dieses hauptsächlich auf deutliches Übergewicht während der Schwangerschaft zurückzuführen ist.

ABER: In Deutschland ist die Gabe von Metformin während der Schwangerschaft nicht zugelassen. Der Wirkstoff kann daher in Deutschland derzeit (noch) nicht zur Prävention einer Präeklampsie verordnet werden, ebensowenig zur Therapie eines Schwangerschaftsdiabetes. Demgegenüber steht jedoch die weltweite Anerkennung von Metformin als wirksames und allgemein gut verträgliches Antidiabetikum. Es bleibt also spannend, welche weiteren Erkenntnisse zukünftige Studien zum Thema Metformin in der Schwangerschaft liefern werden.


Foto: Osokina Liudmila / shutterstock.com