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Kann Schlaflosigkeit zu Diabetes führen?

Warum ausreichend Nachtruhe so wichtig ist

Im Schnitt schläft der Mensch heute sieben Stunden. Vor 100 Jahren  waren es sogar noch neun Stunden. In jedem Fall: ausreichend Schlaf ist wichtig, vor allem für Diabetes-Patienten. Denn Schlafmangel fördert nicht nur Übergewicht sondern bringt auch den Blutzuckerhaushalt ins Ungleichgewicht. Für an Schlaflosigkeit Leidende gibt es daher einige Tipps zum besseren Durchschlafen.

Oft helfen schon Kleinigkeiten, wie eine Studie aus den USA zeigt. Knapp 80 Senioren testeten vier simple Ratschläge. Sie verbrachten weniger Zeit im Bett als gewöhnlich, standen unabhängig von der Schlafdauer immer zur gleichen Zeit wieder auf und gingen nur ins Bett, wenn sie sich wirklich müde fühlten. Außerdem reduzierten sie das Bett auf den Ort zum Schlafen und verlagerten sonst dort durchgeführte Aktivitäten wie Lesen oder Fernsehen auf andere Räume. Bereits nach vier Wochen hatte sich der Schlaf der Teilnehmer deutlich verbessert.

Bedenklich sind Daten aus aktuellen Umfragen, laut derer ein Drittel der Erwachsenen heutzutage weniger als sechs Stunden schläft. Dabei belegen zahlreiche Umfragen, wie kostbar unser Schlaf ist. Wird die Nachtruhe gestört oder ist sie zu kurz, kann der Blutdruck steigen, das Körpergewicht zunehmen oder der Blutzuckerhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten. Zudem besteht eine erhöhte Gefahr, an Typ 2-Diabetes zu erkranken. Für Patienten, die bereits an Diabetes mellitus erkrankt sind, können sich die Werte noch verschlechtern.

Sechs Stunden Schlaf gelten daher als das absolute Minimum. Schläft man weniger, nimmt die Qualität des Schlafes ab. Das liegt daran, dass in den Tiefschlafphasen der Pegel von Stresshormonen wie beispielsweise Adrenalin ganz absinkt. Sind durch zu kurze Schlafdauer die Tiefschlafphasen verringert vorhanden, kann die Produktion von Stresshormonen nie ganz heruntergeregelt werden. Zu viele Stresshormone im Körper bedeuten wiederum einen Anstieg von Blutdruck und Blutzucker.

Das betrifft aber nicht nur Erwachsene. Auch für Kinder gilt der Grundsatz von ausreichend Schlaf. Andernfalls nehmen sie leichter zu und haben durch das gesteigerte Hungerhormon im Blut tagsüber mehr Appetit. Hier handelt es sich um einen Teufelskreis: gerade übergewichtige Kinder schlafen laut einer Studie weniger als normalgewichtige und nehmen demnach leichter zu.

Diabetes-Patienten sollten also mindestens sechs, eher sieben bis acht Stunden pro Nacht schlafen. Es gibt einen weiteren Expertentipp, der Einschlafproblemen oder Durchschlafstörungen vorbeugt: der Lichtunterschied zwischen Tag und Nacht sollte möglichst groß sein. Tagsüber sollte es sehr hell, nachts stark abgedunkelt sein. Außerdem werden niedrige Temperaturen zum Schlafen empfohlen. Im Schlafzimmer sollte es bei 16-20 Grad Celsius angenehm kühl sein. Leichte Kost gegen Abend, Bewegung m späten Nachmittag und der Verzicht auf koffeinhaltige Getränke vor dem Schlafengehen sind gleichermaßen bekannte Regeln.

Wem die genannten Grundsätze nicht helfen, der kann gegen leichte Schlafstörungen auf alte Hausmittel zurückgreifen. In der Apotheke gibt es pflanzliche Präparate mit Wirkstoffen aus Baldrian, Melisse und Passionsblume wie Tees oder Kapseln.
Ist dem unruhigen Schlaf auch damit nicht beizukommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.