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Kommt die Insulinpille?

Der Pieks bei der Blutzuckermessung ist unangenehm, aber (noch) notwendig

Viele Diabetes-Patienten sind auf eine Insulintherapie angewiesen. Bei dieser Therapie, die den Mangel am blutzuckerregulierenden Hormon Insulin ausgleicht, muss das Insulinpräparat ins Blut injiziert werden. Doch nun kündigt sich eine Alternative an…

Einem Bericht des Online-Portals DocCheck.com zufolge könnte in absehbarer Zeit eine Insulinpille die Zulassung erhalten. Würden dadurch die Injektionen per Insulin-Pen und Insulin-Pumpe tatsächlich überflüssig werden?

Es ist bereits mehr als 90 Jahre her, dass der kanadische Arzt Frederick Banting die Insulintherapie erstmals einsetzte. Vieles hat sich seither verbessert, aber zur Injektion gibt es bis heute keine Alternative. Der Grund: Über den Mund aufgenommenes Insulin würde unweigerlich von den Enzymen im Magen-Darm-Trakt abgebaut werden, bevor es in den Blutkreislauf gelangen und dort seine blutzuckerregulierende Wirkung entfalten könnte.

Deshalb müssen die Forscher, die an der Entwicklung einer wirksamen Insulinpille arbeiten, diesen Insulin-Abbau irgendwie verhindern. Das scheint nun auch gelungen: Sie umgaben das empfindliche Insulin mit einer Schutzschicht, die unter anderem aus Liposomen (wörtl. „Fettkörperchen“) besteht.

Im Tierversuch sei die Wirksamkeit dieser Insulinpille bereits nachgewiesen worden, heißt es. Ist es also nur noch eine Frage der Zeit, bis die Insulinpille kommt? Kein Zweifel, ein Insulinpräparat in Tablettenform würde das Behandlungsspektrum bei Diabetes mellitus definitiv erweitern und teilweise auch vereinfachen.

Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Insulinpille die seit Jahrzehnten bewährte Insulintherapie gänzlich ersetzen wird. Zu erwähnen wäre da außerdem noch der nachvollziehbare Einwand von insulinpflichtigen Patienten, dass die Pille zwar den Pieks eines Insulin-Pens überflüssig machen würde, nicht aber den Pieks in die Fingerkuppe zur Blutzuckermessung. Und dieser Pieks, so die einhellige Meinung, ist schließlich wesentlich unangenehmer…