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Mit Achtsamkeit gegen Diabetes-Stress

Achtsamkeitstraining kann gegen Diabetes-Stress helfen

Wer von der chronischen Erkrankung Diabetes betroffen ist, muss neben dem ganz „normalen“ Stress im Alltag noch viele weitere Dinge beachten: Medikamente müssen zum richtigen Zeitpunkt eingenommen werden, die Bewegung darf nicht zu kurz kommen, die Ernährung muss angepasst werden, gegebenenfalls muss sogar regelmäßig Insulin gespritzt werden. Zusammengefasst: Eine Diabetes-Erkrankung kann bei jedem Betroffenen zumindest phasenweise Frust und Stress verursachen oder verstärken.

Bei manchen Patienten entwickelt sich daraus eine echte Depression, die sich wiederum negativ auf die Diabetes-Therapie auswirken kann. Mit dem sogenannten Achtsamkeitstraining können Betroffene sowohl dem allgemeinen als auch dem diabetesbedingten Stress entgegenwirken und so ein gutes Stück Gelassenheit und Lebensqualität zurückgewinnen.

Was aber ist Achtsamkeitstraining? Das Wort Achtsamkeit hört und liest man in diesen Tagen sehr häufig. Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff nicht nur eine intensivere Form von Aufmerksamkeit, sondern ganz konkret eine bewusst ausgeübte, wertungsfreie Konzentration auf den gegenwärtigen Moment. Ein Beispiel: Wenn Sie Schnee räumen, denken Sie in der Regel dabei doch an etwas ganz anderes, richtig? Etwa an den anschließenden Einkauf im Supermarkt oder an die Termine der kommenden Woche. Mit Achtsamkeit Schnee zu räumen würde nun bedeuten, ganz bewusst jede Bewegung achtsam und ganz bewusst auszuüben. Dazu gehören Sinneswahrnehmungen wie: Ist der Schnee weiß, matschig, voller Streusalz? Wie fühlt sich der Griff meiner Schaufel an? Welche Geräusche höre ich gerade?

Mehr Gelassenheit durch Akzeptanz

Klingt alles ziemlich unspektakulär, oder? Wer jedoch regelmäßig seine Achtsamkeit trainiert, wird mit der Zeit weniger häufig über die Vergangenheit oder die Zukunft nachgrübeln, sondern bewusster im Hier und Jetzt leben. Man lebt im gegenwärtigen Augenblick, erlebt ihn so, wie er ist, und akzeptiert idealerweise die momentanen Umstände, ohne sie zu bewerten. Das hat den großen Vorteil, dass man sich etwa als Diabetes-Betroffener nicht andauernd fragt, ob man die Erkrankung selbst hätte verhindern können. Oder ob man in Zukunft an Folgeerkrankungen leiden wird. Fazit: Achtsamkeitstraining fördert eine innere Gelassenheit, weil man seine Erkrankung als Teil des eigenen Lebens akzeptiert, ohne diese zu verdrängen und ohne sie das ganze Leben bestimmen zu lassen.


Foto: Viktor Gladkov / shutterstock.com