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Schlafmangel macht dick und krank

Zu wenig Schlaf bringt den Hormonhaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht.

Zu wenig Schlaf schadet der Figur und macht auf Dauer dick. Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die weniger als sechs Stunden pro Nacht schlafen, im Schnitt mehr wiegen als Langschläfer.

Mehr Gewicht trotz mehr Bewegung


Das Ergebnis ist deshalb erstaunlich, weil sich die Probanden mit weniger Schlaf mehr bewegten als die Langschläfer. Die Forscher ließen die Personen der jeweiligen Gruppen ihre tägliche Schrittzahl messen. Dabei stellte sich heraus, dass die Kurzschläfer 14.000 Schritte am Tag zurücklegten, 2.700 mehr als die Testpersonen der Vergleichsgruppe. Diese brachten es lediglich auf 11.300 Schritte am Tag. An mangelnder Bewegung konnte die Gewichtszunahme somit nicht liegen.

Höherer Kalorienverbrauch 


Außerdem fanden die Forscher heraus, dass die Testpersonen der Kurzschläfergruppe bis zu 1.000 Kalorien mehr verbrauchten. Und trotzdem legten sie im Gegensatz zu den Langschläfern an Gewicht zu.

Übeltäter: Hormone


Schuld daran sind unter Umständen die Hormone. Durch zu wenig Schlaf können sie aus dem Gleichgewicht geraten, wodurch der Leptinspiegel sinkt. Leptin ist ein aus dem Fettgewebe stammendes Hormon, das an der Steuerung des Hunger- und Sättigungsgefühls beteiligt ist. Sinkt der Leptinspiegel entstehen Heißhungerattacken und man isst mehr, als der Körper eigentlich benötigt.

Geringerer Kalorienverbrauch


Nicht nur das gesteigerte Hungergefühl und die vermehrte Nahrungsaufnahme führen zu Übergewicht. Durch den Schlafmangel lässt der Ruheumsatz des Stoffwechsels nach. Der Ruheumsatz ist der Kalorienverbrauch, den der Körper im regungslosen Zustand bei einer Zimmertemperatur von 20 Grad hat. Lässt dieser Ruheumsatz nach, verbraucht der Körper weniger Kalorien als normal. Es kommt zu Übergewicht.

Vorsicht, Diabetes


Da sich der Schlafmangel auf die Hormone auswirkt, kommt auch die Insulinproduktion ins Schleudern. Die Bauchspeicheldrüse produziert nicht mehr genügend Insulin, das die Glukose aus dem Blut in die Körperzellen schleusen würde. Der Blutzuckerspiegel steigt. Selbst bei Probanden, deren Schlafrythmus nur drei Tage lang verkürzt wurde, konnte eine Veränderung des Blutzuckerspiegels festgestellt werden.

Schlafmangel führt nicht zwingend zu Typ-2-Diabetes. Die Versuche zeigen jedoch, dass sich zu wenig Schlaf direkt auf den Hormonhaushalt auswirkt. Das kann zu Übergewicht und damit zu einem erhöhten Diabetesrisiko führen.