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Terror-Teenie dank Hormonstößen

Ein Hormon, das Erwachsene beruhigt, löst bei Teenagern Angst und Stimmungsschwankungen aus.

Schreie, Tränen, knallende Türen – wenn Teenager in die Pubertät kommen, steht die ganze Familie Kopf. Die Eltern verstehen die Launen der Kinder nicht mehr, und die Kinder sich selbst auch nicht.

Beruhigungshormon
out of order

Schuld daran ist das Hormon Tetrahydroprogesteron, kurz THP. Normalerweise dämpft THP in Stresssituationen Angstgefühle.
Jeder kennt die Wirkung des Hormons: Nach einer Stresssituation folgt ein Gefühl der Entspannung und Beruhigung. Dafür ist THP verantwortlich. Es wird bei Stress ausgeschüttet und wirkt etwa eine halbe Stunde später wie ein Beruhigungsmittel. Diese Wirkung scheint bei Teenagern ins Gegenteil umzuschlagen.

Überreaktion durch zu viele Rezeptoren

Grund dafür sollen die Gaba-Rezeptoren im Gehirn sein. Gaba steht für Gamma-Amino-Buttersäure, eine chemische Substanz, die eine Erregung im Nervensystem weiterleitet und im Normalfall angstlösend wirkt. Bei Jugendlichen in der Pubertät jedoch sind diese Rezeptoren gerade in den für Emotionen zuständigen Gehirnbereichen vermehrt. Das löst eine Überreaktion auf das THP aus, die Aktivität der Nervenzellen wird verstärkt statt gedämpft. So entstehen Angst und ein Gefühl der Unbehaglichkeit.

Eltern können deshalb erleichtert aufatmen. Pubertät, Stress und Ärger sind chemisch bedingt. Der Nachwuchs kann nur begrenzt etwas für seine Stimmungsschwankungen und: mit dem Ende der Pubertät sollte das THP seine eigentliche Funktion der Beruhigung wieder erfüllen.