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Brennen beim Insulinspritzen – das hilft

Angenehm ist eine Insulinspritze vermutlich für niemanden. Zum Glück sind die meisten Diabetes-Patienten an den kleinen Pikser gewöhnt und können ihn gut aushalten. Wenn beim Spritzen aber noch zusätzliche Schmerzen oder ein Brennen auftreten, kann das verschiedene Ursachen haben. Wir sagen Ihnen, was dagegen hilft.

1. Nadel nur einmal verwenden

Sie wollten Kanülen sparen? Keine gute Idee, denn für Schmerzen beim Spritzen ist eine mehrfach verwendete Einwegnadel der häufigste Grund. Auch wenn die Kanüle noch sehr spitz aussieht: nach der Erstverwendung ist sie schon so abgestumpft, dass weitere Einstiche weh tun können. Nehmen Sie deshalb für jede Spritze eine frische, sterile Nadel.

2. Einstichstelle wechseln

Wer immer an die gleiche Stelle spritzt, strapaziert seine Haut. Oft entsteht sogar eine kleine Verhärtung, die beim Einstich schmerzen kann. Wechseln Sie deshalb die Einstichstelle bei jeder Anwendung, ein Schema kann dabei den Überblick erleichtern: halten Sie immer die gleiche Reihenfolge ein, wenn Sie Körperregionen nacheinander mit der Spritze ansteuern - nach einer Woche beginnen Sie damit wieder von vorne. Auch eine Markierung mit dem Kugelschreiber hilft bei der Orientierung, an welcher Stelle Sie den letzten Stich gesetzt haben.

3. Insulin richtig temperieren

Kaltes Insulin brennt beim Spritzen. Nehmen Sie Ihr Präparat deshalb schon einige Stunden vorher aus dem Kühlschrank, damit es Zimmertemperatur erreichen kann.

4. Stichtechnik verbessern

Mit Schwung in die Haut - so verhindern Sie unnötige Schmerzen beim Spritzen. Ein langsames, behutsames Piksen tut nämlich mehr weh als der schnelle, zielgerichtete Stich. Dieser funktioniert am besten bei einem senkrechten Einstichwinkel, nicht bei schräger Spritzenhaltung.

5. Nadel in optimaler Länge verwenden

Insulin wird im Unterhautfettgewebe platziert – dort wirkt es am besten. Um diese Region zuverlässig zu treffen, brauchen Sie eine Nadel in passender Länge: zu kurze Kanülen erreichen nur die oberen Hautschichten, zu lange Kanülen stechen bis in den Muskel durch. In beiden Fällen kann das Spritzen schmerzen. Besprechen Sie sich darüber mit Ihrem Arzt und bestimmen Sie gemeinsam die für Sie optimale Nadellänge.

6. Große Hautfalte bilden

Wenn Sie zu denjenigen Diabetikern gehören, die beim Spritzen mit zwei Fingern eine Hautfalte bilden: greifen Sie diese nicht zu klein, sonst pikst die Nadel schmerzhaft durch das Unterhautfettgewebe hindurch. Bilden Sie immer größere Hautfalten mit einem Durchmesser von drei bis vier Zentimetern.

7. Insulintyp wechseln

Nicht jeder Mensch verträgt jedes Medikament gleich gut. Wenn Patienten auf einen bestimmten Insulintyp mit Schmerzen reagieren, merken sie das oft schon bei der ersten Anwendung. In manchen Fällen kann aber auch später noch eine Unverträglichkeit auftreten. Wenn Sie einen solchen Verdacht haben, besprechen Sie ihn mit Ihrem Arzt und beraten Sie sich über alternative Präparate. 

8. Erhöhte Aufmerksamkeit nach Treffer ins Blutgefäß

Autsch, das war ein Blutgefäß! Dass Sie beim Insulinspritzen hin und wieder versehentlich eines treffen, lässt sich leider kaum verhindern. Daraus entsteht nicht nur ein blauer Fleck, auch die Gefahr einer Unterzuckerung steigt: Insulin, das direkt in ein Blutgefäß gespritzt wird, wirkt stärker. Behalten Sie also anschließend Ihren Blutzuckerspiegel gut im Blick – sicher ist sicher.



Foto: shutterstock / Yuvares Suwanpamort