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Diabetes und Nieren

Der diabetischen Nephropathie können Sie vorbeugen

Die diabetische Nephropathie ist ein Nierenleiden, das durch einen langjährigen Diabetes hervorgerufen wird. Sie verläuft chronisch, schreitet langsam voran und kann jeden Diabetes-Typ betreffen. Hauptursache ist oft eine dauerhafte schlechte Einstellung der Blutzuckerwerte. Mit der richtigen Einstellung des Diabetes – und vor allem mit einer bewussten Ernährung – lässt sich die Erkrankung in den meisten Fällen verhindern.

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Die Niere reinigt das Blut von Giftstoffen, produziert Hormone und reguliert Elektrolyte, Säuren und Basen.

So funktioniert die Niere

Jeder Mensch trägt zwei Nieren in seinem Körper. Sie erfüllen drei wichtige Aufgaben:

  • sie regulieren den Wasser- und Elektrolythaushalt sowie das Säure-Basen-Gleichgewicht
  • sie produzieren einen Teil der Hormone
  • sie reinigen das Blut von Giftstoffen

Über den Blutkreislauf fließt unser Blut durch alle Organe. Dabei sammelt es allerlei Müll und Giftstoffe ein und bringt diese in die Niere. Dort sorgen die Nierenkörperchen dafür, dass die Giftstoffe über eine Membran in den Harn ausgefiltert werden. Diese Membran nennt man Blut-Harn-Schranke.

Was ist eine Nephropathie?

Wenn bei Diabetes der Blutzuckerspiegel ständig erhöht ist, lagert sich im Nierenkörperchen Zwischenzellgewebe ab – vor allem Zuckermoleküle. Dadurch verdickt sich das Bindegewebe, das Blutgefäße und Harnmembran zusammenhält. Der Stoffaustausch kann nicht mehr stattfinden, die Reinigungsfunktion der Niere ist gestört.

Wenn der Diabetes dauerhaft schlecht eingestellt ist, können die Nieren ihre Reinigungsfunktion verlieren.

In der Folge vergiftet sich der Körper langsam selbst. Das ist übrigens auch der Grund, warum man schneller verdurstet, als verhungert: Hat man nicht mehr genug Flüssigkeit für die Harnbildung, können keine Giftstoffe mehr aus dem Körper ausgeschwemmt werden. Ein Verdurstender in der Wüste stirbt also eigentlich an einer Vergiftung.

Wird die Nephropathie nicht erkannt und nicht therapiert, schreitet sie fort. Im schlimmsten Fall verliert die Niere ihre Funktion und der Patient wird dialysepflichtig.

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1. Nebenniere 
2. Gesunde Niere
3. Blutgefäße zu und von den Nieren 
4. Harnleiter 
5. Nephropathische Niere mit vernarbten Nierenkörperchen

Nephropathie erkennen

Die Früherkennung einer Nephropathie ist leider schwierig. Denn die Nierenschädigung lässt sich anfangs weder über Blut- noch Urintests erkennen. Nur eine Biopsie, also eine Gewebeentnahme aus der Niere mittels Punktion, liefert eindeutige Ergebnisse.

Erst in einem fortgeschrittenen Stadium kann ein Urintest eine Nierenschädigung anzeigen. Dann ist die Blut-Harn-Schranke so weit beschädigt, dass eine erhöhte Albumin-Konzentration im Harn nachgewiesen werden kann.

Wenn das Eiweiß Albumin im Urin gefunden wird, weist das auf eine Nierenschädigung hin.

Albumin ist ein Eiweiß, das eigentlich zu groß ist für die Öffnungen in der Membran eines Nierenkörperchens. Es kann also in einer gesunden Niere nur selten die sogenannte Blut-Harn-Schranke passieren. Ist das Nierengewebe aber geschädigt, kann Albumin die Blut- Harn-Schranke überwinden und in den Urin gelangen.

Erholungskur für die Niere

Ist die Albumin-Konzentration im Urin erhöht, sollten Sie handeln. Die Niere braucht dringend Ruhe und Erholung. Dafür muss zuerst der Blutzuckerspiegel gesenkt und neu eingestellt werden. Anschließend entlasten Sie Ihre Niere dadurch diese Maßnahmen:

  • viel trinken
  • Ernährung mit viel Gemüse und ungesättigten Fettsäuren
  • höchstens 60 bis 80 Gramm Eiweiß pro Tag zu sich nehmen, also wenig Fleisch und Milchprodukte essen
  • Verzicht auf Lebensmittel mit hohem Kaliumgehalt wie Trockenobst, Kakao oder Nüsse
  • Verzicht auf bestimmte Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac

Durch eine solche "Erholungskur" lässt sich das Fortschreiten der Nephropathie in vielen Fällen stoppen. Sinnvoll ist es, die bewusste Ernährung dauerhaft fortzusetzen und sich auch regelmäßig zu bewegen. Mit gut eingestelltem und überwachtem Blutdruck und Blutzuckerspiegel geraten Sie gar nicht erst in Gefahr. So vermeiden Sie die Ursachen der Nephropathie und beugen wirksam vor.

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