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Infekt und Diabetes – verträgt sich das?

Selbst den härtesten Frosch erwischt es manchmal...

Winterzeit ist Grippezeit. Doch wer hat, wenn er sich mit Grippe, Schnupfen und Erkältung plagt schon Lust, sich um seinen Diabetes zu kümmern? Dabei wäre es gerade jetzt wichtig: Denn wenn das Immunsystem angegriffen wird, müssen vor allem Diabetiker noch besser aufpassen.

Natürlich kommt es darauf an, was für eine Art von Infekt Sie haben: Eine Magen-Darm-Grippe ist anders zu behandeln wie eine Influenza – und hat auch ganz andere Wechselwirkungen mit Ihrem Diabetes.

Vor allem kommt es dabei auf die Symptome der Infekte an: Haben Sie Fieber? Können Sie kaum Nahrung bei sich behalten? Sind Sie schlapp oder haben Sie keinen Appetit? All diese Dinge beeinflussen Ihren Stoffwechsel – und damit Ihren Zuckerhaushalt.

Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie darüber mit Ihrem Arzt sprechen: Der kann Sie am besten beraten und Ihnen sagen, wie Sie Ihre Therapie bei einem Infekt anpassen sollten.

Energiefresser Fieber

Fieber sorgt zum Beispiel dafür, dass Ihr Blutzucker steigt. Wie eigentlich? Nun, hat Ihr Körper erst einmal einen Infekt erkannt, versucht er den Keim abzuwehren. Beim Fieber geschieht das über eine Erhöhung der Körpertemperatur. Viren oder Bakterien sollen durch die Hitze abgetötet werden.

Wärme ist allerdings Energie – und die erzeugen wir in unserem Körper über die Zellatmung. Dabei werden Zucker und Sauerstoff umgewandelt in Kohlendioxid, Wasser und Energie. Dazu produziert unser Körper Glucagon, das dafür sorgt, dass der Blutzuckerspiegel steigt und wir genug Zucker zur Verfügung haben.

Insulin sorgt nun dafür, dass unsere Zellen den Blutzucker aufnehmen und die Zellatmung stattfinden kann. Erhöht sich also Ihre Temperatur, erhöht sich damit auch der Bedarf an Insulin. Da hilft nur messen und gegebenenfalls spritzen – was auch nötig werden kann, wenn Sie sonst nur Tabletten nehmen.

Übelkeit und Unterzucker

Sollten Sie unter Brechdurchfall oder Appetitlosigkeit leiden, sollten Sie genau das Gegenteil tun. Wer Nahrung aufnimmt, braucht auch weniger Insulin. In Einzelfällen kann es sinnvoll sein die Basalrate zu reduzieren – auf Null setzen dürfen Sie diese jedoch nicht: Die Basalrate dient schließlich Ihrer Grundversorgung.

Nach dem Essen sollten Sie warten, ob Sie wirklich alles bei sich behalten – und gegebenenfalls erst dann spritzen. Eine Regel dabei ist: Auch wenn Sie Probleme haben alles bei sich zu behalten, sollten Sie bei Kräften bleiben. Softdrinks, sonst eher ungesund, können jetzt helfen Ihren Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Das kann aber zu einer Übersäuerung des Magens führen. Besser sind Tees mit Honig oder Zucker.

So kompliziert? Besser nicht krank werden!

Natürlich, das ist die beste Medizin: Geht die Grippewelle los, halten Sie am besten ein paar einfache Grundregeln ein. So können Sie das Risiko einer Ansteckung reduzieren.

Türgriffe, Tastaturen, Treppengeländer: Viren und Bakterien lauern überall. Deswegen sollten Sie sich bei jedem Toilettenbesuch ausgiebig die Hände waschen – natürlich mit Seife. In öffentlichen Toiletten sollten Sie Wasserhahn und Eingangstür nur mit dem Ellenbogen oder einem Papiertuch berühren.

Ansonsten: Abstand halten zu jedem der da hustet oder niest. Bei einem Niesanfall fliegen die Bazillen oft noch meterweit durch die Luft. Dazu kommt: Viel Bewegung, viel frische Luft und genug Schlaf stärken Ihr Immunsystem. So sollten Sie gesund über den Winter kommen.

Bild: pixabay.com / LoggaWiggler