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Sicher am Steuer

Mit dem eigenen Auto mobil sein – das bedeutet für viele Menschen Freiheit und Unabhängigkeit. Auch mit Diabetes dürfen Sie ein Fahrzeug steuern, solange Sie bestimmte Regeln einhalten. Welche das sind, lesen Sie in der neuen Patienten-Leitlinie „Diabetes und Kraftverkehr“ der DDG.

Trotz Ihrer Stoffwechselerkrankung haben Sie grundsätzlich das Recht, den Führerschein zu machen und Auto zu fahren. Das gilt sowohl privat als auch beruflich, zum Beispiel als Taxi- oder Busfahrer. Ihre Pflicht ist es, sicherzustellen, dass Sie am Steuer keine Hypoglykämie erleiden. Den meisten Diabetikern gelingt das zuverlässig: Statistisch gesehen sind sie nicht häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt als Nicht-Diabetiker.

Ihr Arzt berät Sie zur Fahrtauglichkeit

Voraussetzung für eine Fahrerlaubnis ist es, dass Sie Ihren Diabetes sicher im Griff haben. Trotzdem kann es Gründe geben, die Ihre Fahrtüchtigkeit einschränken: Während einer Umstellung der Therapie steigt das Unfallrisiko. Auch Folge- oder Begleiterkrankungen wirken sich auf die Fahrsicherheit aus. Besprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt Ihre persönliche Situation. Legen Sie mit ihm fest, in welchem Zielbereich Ihre Blutzuckerwerte liegen müssen, wenn Sie eine Autofahrt antreten.

Gründe, warum Diabetiker nicht fahren dürfen

In manchen Fällen ist ein Fahrverbot begründet. Meistens dann, wenn der Diabetes nicht gut eingestellt ist, es häufig zu Unterzuckerungen kommt oder eine Hypo-Wahrnehmungsstörung besteht. Im Zweifelsfall klärt eine verkehrsmedizinische Untersuchung, ob Sie fahrtauglich sind.

Finger weg von nicht-zugelassenen Closed-Loop-Systemen

Manche Diabetiker verbinden ihr CGM-System mit der Insulinpumpe zu einem Closed-Loop-System, ohne dass dies vom Hersteller zugelassen ist. Da die Gefahr von Fehlfunktionen solcher Systeme sehr hoch ist, raten Fachorganisationen dringend von der Nutzung ab. Im Straßenverkehr verletzen Sie grob Ihre Sorgfaltspflicht, wenn Sie ein nicht-zugelassenes System verwenden. Kommt es zum Unfall, müssen Sie mit straf- und haftungsrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Regeln für das Autofahren bei Diabetes mit Insulinpflicht

  • Stellen Sie sicher, dass Sie am Steuer keine Hypoglykämie haben!
  • Fahren Sie nur tagsüber und halten Sie Ihre gewohnten Essenszeiten und Insulingaben ein.
  • Messen Sie vor Fahrtantritt Ihren Blutzuckerwert, korrigieren Sie ihn nach Bedarf und schreiben Sie das Messergebnis ins Tagebuch.
  • Halten Sie Traubenzucker oder Limo im Auto immer griffbereit und führen Sie alle Diabetes-Utensilien mit sich.
  • Wenn Sie während der Fahrt eine Unterzuckerung bemerken: Halten Sie sofort an und ziehen Sie den Zündschlüssel ab. Nehmen Sie schnell wirksame Kohlenhydrate zu sich und warten Sie mindestens 20 Minuten ab, bis die Hypoglykämie sicher überwunden ist. Essen Sie zusätzlich langsam wirksame Kohlenhydrate, um den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren.
  • Alkohol steigert Ihr Hypoglykämie-Risiko, deshalb: Null Promille am Steuer!
  • Messen Sie auf langen Strecken mindestens alle drei Stunden Ihren Blutzucker, besser noch häufiger.
  • Fahren Sie niemals während einer Entgleisung mit sehr hohen Blutzuckerwerten!
  • Bei ausgeprägten Sehstörungen und starken Blutzucker-Schwankungen dürfen Sie nicht selbst fahren.
  • Fahren Sie defensiv und meiden Sie Überanstrengung. Passen Sie Ihre Fahrweise an den Verkehrsfluss an und legen Sie regelmäßige Pausen ein.


Diese und weitere Informationen finden Sie in der DDG-Patientenleitlinie „Diabetes und Kraftverkehr“ vom 6. November 2019. Die vollständige Leitlinie lesen Sie hier




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