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Anzeichen für Diabetes: Wann sollten Sie sich testen lassen?

Müssen Sie auf einmal ständig zur Toilette, oft stündlich und auch während der Nacht? Fühlen Sie sich müde, kraftlos und haben ungewöhnlich großen Durst? Hinter solchen Veränderungen könnte eine unentdeckte Diabetes-Erkrankung stecken. Wenn Sie diese und noch weitere Symptome bei sich feststellen, kann es sinnvoll sein, sich auf Diabetes mellitus testen zu lassen.

 

Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, bei der eine wichtige Körperfunktion nicht mehr von selbst arbeitet: Der Stoffwechsel. Gesunde Menschen nehmen über die Nahrung Zucker auf, der zunächst ins Blut gelangt. Von dort transportiert ihn das Hormon Insulin in die Zellen. Diese verarbeiten den Blutzucker und gewinnen daraus Energie für unsere körperlichen Funktionen. 

Diabetikern fehlt Insulin oder es entfaltet nicht seine Wirkung. Dadurch kann der Körper den Blutzucker nicht in die Zellen verschieben. Die Zuckerkonzentration im Blut steigt immer höher an, dem zentralen Nervensystem fehlt Energie, der Stoffwechsel entgleist. Darauf reagiert der Körper mit diesen Symptomen: 

 

Häufiges Wasserlassen 

Der Körper versucht, den massiv angestiegenen Blutzucker über die Niere loszuwerden und produziert große Mengen Urin. Toilettenbesuche sind oft stündlich nötig, auch während der Nacht.

Durst

Durch das häufige Wasserlassen entsteht ein Flüssigkeitsmangel und das Bedürfnis, ständig und viel zu trinken.

Müdigkeit und Konzentrationsprobleme 

Gelangt kein Blutzucker in die Zellen, fehlt dem Körper Energie. Patienten fühlen sich müde und kraftlos, das Gehirn reagiert mit Konzentrationsschwäche.

Trockene, juckende Haut 

Sie entsteht durch den Flüssigkeitsmangel, aber auch aufgrund von Stresshormonen, die der Körper wegen des entgleisten Stoffwechsels ausschüttet.

Schlechte Wundheilung

Aufgrund schlechter Durchblutung und eines geschwächten Immunsystems verheilen Wunden besonders langsam.

Anfälligkeit für Infektionen   

Infektionskrankheiten wie Blasenentzündung, Fußpilz, Parodontitis, Lungenentzündung oder Bronchitis treten häufiger auf und halten lange an.

Gewichtsverlust ohne erkennbaren Grund

Nur bei Typ-1-Diabetes: Weil in den Zellen der Blutzucker fehlt, holt sich der Körper Energiereserven aus den Fettdepots. Der Patient nimmt ab. 

Atem riecht nach Azeton

Nur bei Typ-1-Diabetes: Azeton entsteht, wenn der Körper die Energiereserven in den Fettdepots aufbraucht. Der Stoff riecht ähnlich wie vergorenes Obst.  

 

Ob und wie stark diese Veränderungen auftreten, gibt oft schon Hinweis darauf, welchen Typ von Diabetes mellitus ein Patient aufweist. Bei unerkannten Typ-1-Diabetikern entwickelt sich die Krankheit schnell, schon wenige Wochen nach ihrem Ausbrechen zeigen sich die Symptome deutlich. Hauptanzeichen sind Durst und häufiges Wasserlassen, gefolgt von Müdigkeit und trockener Haut.

Bei Typ-2-Diabetikern entwickelt sich die Krankheit schleichend, oft bleibt sie lange unbemerkt. Nur 30 bis 50 Prozent der Erkrankten zeigen überhaupt Symptome, die sehr viel milder ausfallen können als bei Typ-1-Diabetikern. Ein Typ-2-Diabetes wird deshalb häufig erst durch einen diabetischen Folgeschaden erkannt. Oder durch Zufall, wenn der Patient wegen einer anderen Erkrankung in Behandlung ist.  

Falls Sie ein oder mehrere Diabetes-Anzeichen bei sich bemerken, machen Sie sich nicht zu große Sorgen: Natürlich können die genannten Symptome auch andere Ursachen haben als Diabetes mellitus. Ob Sie tatsächlich an der Krankheit leiden, kann Ihr Arzt durch eine Blutuntersuchung schnell und zuverlässig herausfinden. 

Sollte sich der Verdacht bestätigen, ermöglichen es heute moderne Therapiemethoden, gut mit der Krankheit zu leben. In unserer Diabetes-Schwerpunktpraxis stehen wir Ihnen dabei in allen Fragen zur Seite.    

 

Foto:  pixabay/congerdesign