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Kohlehydrate kommen selten allein

Nicht jede Mahlzeit besteht nur aus Kohlehydraten – auch Fett, Proteine und Alkohol versorgen unseren Körper mit Energie. Anders wie Zucker steht dabei die Energie aus Fetten unserem Körper nicht sofort zur Verfügung.

Verzögerte Wirkung auf den Blutzuckerspiegel

Fette müssen den Weg über Magen und Darm gehen, wo sie immer weiter aufgespalten werden, bis sie irgendwann als einzelne Fettsäuren und Glycerin vorliegen. Wird nicht alles Glycerin bei der Zellatmung verbrannt, entsteht daraus neue Glucose – der Blutzucker steigt.
Ähnlich läuft es mit Proteinen: Auch sie müssen erst von unseren Verdauungsorganen langsam in ihre Einzelteile, die Aminosäuren, zerlegt werden. Diese werden anschließend in Pyruvat umgewandelt – das wiederum zur Energiegewinnung, oder zur Gluconeogenese, der Neubildung von Zucker verwendet wird.
So lassen auch Fette und Proteine den Blutzucker steigen, da aus ihren Abbauprodukten Glukose gewonnen werden kann – allerdings geschieht das mit einer Verzögerung von einer bis fünf Stunden nach der Nahrungsaufnahme.

Größeres Problem für Typ-1-Diabetiker

Typ-2-Diabetiker produzieren in den meisten Fällen noch selbst Insulin – und können so den langfristig ansteigenden Blutzuckerspiegel durch Fette und Proteine meist ausgleichen. Bei Typ-1-Diabetikern, deren Bauchspeicheldrüse oft kein Insulin mehr produziert, kann es nötig sein, mehr oder gar öfter Insulin zu spritzen nach dem Genuss eines Bratens oder eines Steaks.
Die Berechnung des erhöhten Bolus erfolgt nach einer – nicht ganz einfachen – Formel:
1.    Berechnen Sie den Energiegehalt der Kohlehydrate, die Sie zu sich nehmen:
       1g Kohlehydrate entspricht ca. 4 kcal
2.    Ziehen Sie die Energiemenge der Kohlehydrate von der Gesamtenergiemenge ab
3.    Teilen Sie die verbliebene Energiemenge durch 100.
Beispiel Ofenbaguette (420 kcal):
1.    60g Kohlehydrate x 4 = 240 kcal
2.    420 kcal – 240 kcal = 180 kcal
3.    180 kcal : 100 = 1,8 FPE
So erhalten Sie die Anzahl sogenannter Fett-Protein-Einheiten (FPE), die analog zu den Broteinheiten die Menge an Energie durch Fett und Proteine angeben.

Für Pumpenträger einfacher, als mit Pen

Diabetiker mit einer Insulinpumpe können nun den Bolus entsprechend anpassen. Patienten, die sich Insulin per Pen spritzen, sollten sich langsam an die richtige Menge herantasten um keine Unterzuckerung zu riskieren.
In jedem Fall sollten Sie mit Ihrem Diabetologen über dieses Thema sprechen. Denn nicht für alle Patienten ist es unbedingt notwendig, die FPE zu berechnen. Vielen kann es allerdings dabei helfen, teils unerklärliche Blutzucker-Anstiege zu vermeiden.
Foto: unsplash.com / Alex Munsell

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