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Grenzenlos mit Diabetes!

Jan Wißling hat seit 15 Jahren Typ-1-Diabetes. Er ist Leistungssportler und spielt sehr erfolgreich Volleyball beim BSV 98 Bayreuth. Wir wollten von dem 19-jährigen Studenten wissen, wie er den Diabetes erlebt.

Wie wirkt sich Diabetes für Sie aus?
Meine Eltern haben von Anfang alles daran gesetzt, dass mir die Krankheit keine Grenzen setzt. Ich war bei Kinder­geburtstagen und habe Jugend- und Skifreizeiten mitgemacht. Ich habe genauso Kuchen und Eis gegessen oder Cola getrunken wie andere, nur bewusster.

Seit zehn Jahren habe ich eine Insulinpumpe. Das war ein großer Schritt zu mehr Unabhängigkeit: Das Spritzen fiel mir schwer und ich brauchte öfter fremde Hilfe. Mit der Pumpe wurde ich frei.

Heute ist das wie Schuhe zubinden: Bevor ich zu Apfelsaft oder Pizza greife, geht die Hand automatisch in die Tasche und drückt den Knopf. Das merke ich gar nicht. Ich empfinde keine Einschränkung durch den Diabetes. Letztes Jahr war ich mit einem Freund ein paar Wochen in Kolumbien unterwegs. Auch das war kein Problem.

Gab es emotionale Durchhänger?
Eigentlich nicht. Klar ist man manchmal genervt, dass man auf so vieles achten muss. Aber mich hat es nie runtergezogen.

Wie reagieren andere?
Ich messe ein paar Mal täglich meinen Blutzucker. Das geht nicht im Verborgenen. Abgesehen davon will ich mich gar nicht verstecken. In meinem Umfeld wissen alle, dass ich Diabetiker bin. Das gibt mir Sicherheit: Wenn ich mal am Boden liegen sollte, können meine Freunde richtig reagieren.

Dumme Sprüche höre ich sehr selten. Im Gespräch sind die meisten eher überrascht, dass man mit Diabetes so gut leben kann.

Diabetes und Alkohol?
Ich trinke Alkohol, weiß aber, dass ich aufpassen muss. Ich spüre normalerweise ziemlich genau, wann Unterzucker droht. Bei zuviel Alkohol erkennt man die Zeichen des eigenen Körpers nicht mehr richtig. Ich bin einmal nach einem netten Abend nachts in ein Unterzucker-Koma gerutscht. Zum Glück hatten meine Eltern ein Auge auf mich...

Sie sind Leistungssportler. Wie geht das?
Sport ist gut, um Diabetes in Schach zu halten. Wenn alle Werte passen, kann man jede Sportart betreiben. Letzten Winter habe ich eine Skiwanderung gemacht. Das war richtig anstrengend.

Welchen Rat geben Sie anderen jungen Betroffenen?
Konsequent sein und auf die Werte achten. ­Diabetes ist keine echte Lebenseinschränkung, die einem Grenzen setzt. Diabetes ist nur eine blöde Krankheit, die man super behandeln kann.