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Haferflocke, Haferkur, Haferkeks

Jetzt im September wird der Hafer geerntet. In der Ernährung von Menschen mit Typ-2-Diabetes spielt das Getreide eine wichtige Rolle: Hafer kann den Blutzuckerspiegel senken und den Bedarf an Medikamenten verringern. In der Küche ist das gesunde Korn vielseitig verwendbar und schmeckt auch noch richtig gut.

Für die Behandlung von Diabetes wird Hafer schon lange verwendet. Bereits im Jahr 1902 entwickelte der Frankfurter Arzt Carl von Noorden die erste Haferkur für Typ-2-Diabetiker. Deren Vorteile hat man in Deutschland mittlerweile wiederentdeckt – seit einigen Jahren kommt Hafer in der Therapie wieder stärker zum Einsatz.

Wirkung auf den Blutzuckerspiegel

Was das Getreide für die Gesundheit bewirkt, haben Studien nachgewiesen. Hafer senkt den Blutzucker- und den Cholesterinspiegel, liefert Eisen und Vitamine, schützt die Darmflora und kann das Abnehmen unterstützen. Nützlich für Diabetes-Patienten ist vor allem eine „Wunderwaffe“, die der Hafer enthält: Beta-Glucan, ein besonderer Ballaststoff, der dafür sorgt, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Essen nur langsam ansteigt. Durch diese Verzögerung hat das körpereigene Insulin der Typ-2-Diabetiker eine Chance, seine Wirkung zu entfalten. Auch die Empfindlichkeit für das Eigeninsulin nimmt durch Hafer wieder zu.

Die Haferkur als Einstieg

Durch regelmäßige Hafertage können Typ-2-Diabetiker die Vorteile von Hafer für sich nutzen. Als Einstieg in die Ernährungsumstellung empfiehlt sich eine dreitägige Haferkur, anschließend einzelne Hafertage alle ein bis zwei Wochen. Dadurch lässt sich der Insulinbedarf um bis zu 40 Prozent senken und eine Insulinresistenz kann sich spürbar verbessern. Bitte führen Sie eine Haferkur nur in Absprache mit Ihrem Arzt durch – womöglich muss Ihre medikamentöse Therapie an die Veränderung angepasst werden. Während der Hafertage ist es wichtig, dass Sie Ihren Blutzucker besonders oft kontrollieren, damit Sie auf unerwartete Verläufe schnell reagieren können.

So funktioniert ein Hafertag

Ein Hafertag besteht meist aus drei Hafermahlzeiten. Dafür werden Haferflocken mit Wasser oder fettfreier Brühe zu Haferbrei gekocht. Dieser lässt sich mit kleinen Mengen Beeren, Obst, Gemüse, Mandeln, Kräutern oder Zitrone geschmacklich verfeinern. Über den Tag sollten Sie mindestens zwei Liter Mineralwasser zu sich nehmen. Auch Kaffee und Tee dürfen Sie trinken, entweder pur oder mit ein wenig Süßstoff. Tabu sind dagegen Fett, Eiweiß, Milch, Zucker und Alkohol. Ein Hafertag kann bewirken, dass Sie künstliches Insulin oder Diabetes-Tabletten einsparen können. Meist hält diese Wirkung zwei bis drei Wochen an.

Hafer auf dem täglichen Speiseplan

Auch in der täglichen Ernährung bringen Haferprodukte für Typ-2-Diabetiker Vorteile: Schon zwei bis drei Löffel Haferflocken zum Frühstück können den Blutzuckerspiegel über den ganzen Vormittag stabilisieren. Glücklicherweise ist das Getreide in der Küche vielseitig einsetzbar: Sie können Hafer süß oder herzhaft zubereiten, zum Kochen und Backen verwenden, als Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot auf den Tisch bringen. „Viel hilft viel“ gilt hier allerdings nicht: Weil Hafer jede Menge Energie enthält, sollten Sie trotzdem damit maßhalten.

Vielseitig verwendbar beim Kochen und Backen

Was sich aus dem Getreide alles machen lässt, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Schöne und ungewöhnliche Rezepte finden Sie z.B. am Ende dieser Broschüre. Ob Haferkekse zum Tee, Haferflocken im Müsli oder Haferkleie im Salat: Wir wünschen Ihnen eine spannende Entdeckungsreise in die Welt dieses vielseitigen, gesunden Getreides.

 

Foto: Adobe Stock