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„Adipositas-Blocker“ in Sicht?

„Adipositas-Blocker“ in Sicht?

Eine sehr zucker- und fettreiche Ernährung führt zusammen mit Bewegungsmangel bei den meisten Menschen irgendwann zu Übergewicht. Nun haben Forscher des Max-Planck-Instituts in Kooperation mit japanischen Kollegen ein Gen entdeckt, das das Anlegen von Fettdepots im menschlichen Körper steuert. Würde die Funktion dieses Gens gehemmt, würde man trotz fettreicher Kost und Bewegungsmangel nicht zunehmen. Ob das uneingeschränkt gut wäre, darüber kann man streiten…

Wir möchten an dieser Stelle jedenfalls ausdrücklich betonen, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung für die Erhaltung der Gesundheit sind. Es scheint jedoch grundsätzlich Menschen zu geben, bei denen sich jede „kleine Sünde“ sofort auf die Hüften legt, während andere anscheinend essen können, was sie wollen, ohne dabei zuzunehmen. Warum ist das so?

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut in Bad Nauheim haben zusammen mit Kollegen der japanischen Universitäten Sendai und Kumamoto herausgefunden: In welchem Maße unser Körper die zugeführte Energie in Fettdepots umwandelt, ist stark abhängig vom „Eifer“ eines ganz bestimmten Gens: SIRT7. Den Beweis für die These lieferten genetisch veränderte Mäuse, die ohne das Gen SIRT7 auskommen müssen: Diese Mäuse hielten ihr Gewicht trotz fettreicher Nahrung, während die genetisch nicht veränderten Tiere zunahmen. In einer Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts heißt es weiter: „Zudem zeigten die Tiere, denen SIRT7 fehlt, niedrigere Triglyzerid- und Cholesterinspiegel in der Leber und im Vergleich zu den gentechnisch unveränderten Tieren normale Insulinspiegel.“

Im nächsten Schritt wollen die Forscher nun Substanzen untersuchen, „mit denen sich die Funktion von SIRT7 hemmen lässt.“ Fernziel sei die Entwicklung eines Medikaments, das die Effizienz des Fettstoffwechsels verringert. Übergewicht wäre damit vermeidbar. Aber: Eine fettreiche Ernährung und Bewegungsmangel würden deshalb nicht plötzlich gesund werden…