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Empagliflozin bei Typ-2-Diabetes

Empagliflozin hemmt das Enzym SGLT-2 in der Niere

Vom 14. bis 18.9. fand in Stockholm die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Diabetesforschung (EASD) statt. Auch Dr. Gerhard Eberlein vom Hormonexpert-Team war bei diesem weltgrößten internationalen Diabetes-Kongress vor Ort. Für besonderes Aufsehen sorgte bei den Kongressteilnehmern die Vorstellung einer Studie, die das neue Antidiabetikum Empagliflozin zum Gegenstand hatte: Dem Studienergebnis zufolge ist dieses Medikament in der Lage, bei Typ-2-Diabetikern mit schweren Herz-Kreislauferkrankungen das dadurch bedingte Sterberisiko zu senken.

Empagliflozin, das von der Europäischen Kommission im letzten Jahr die Marktzulassung erhielt, wird von den Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim und Lilly gemeinsam unter dem Handelsnamen Jardiance® vertrieben. Als sogenannter SGLT-2-Hemmer hemmt Empagliflozin das Enzym SGLT-2 in der Niere, das dafür zuständig ist, die Zuckerausscheidung über den Urin zu unterbinden. Wird dieses Enzym in seiner Funktion gehemmt, wird folglich vermehrt Zucker über den Urin ausgeschieden. Und das ist der erwünschte Effekt im Rahmen der Diabetes-Therapie.

Langzeitstudie mit mehr als 7000 Diabetes-Patienten

Im Rahmen der eingangs erwähnten Langzeitstudie wurde der therapeutische Nutzen von Empagliflozin bei Diabetikern mit erheblichen Herz-Kreislauferkrankungen untersucht. Insgesamt nahmen mehr als 7000 Diabetes-Patientinnen und -Patienten teil, die alle ein stark erhöhtes Herz-Kreislaufrisiko hatten und die alle mit einer Diabetes-Standardtherapie behandelt wurden. Ein Teil der Probanden erhielt nun zusätzlich täglich Empagliflozin, während ein anderer Teil ein Placebo einnahm. Ergebnis: Bei der Gruppe, die mit Empagliflozin behandelt wurde, konnte das herzkreislaufbedingte Sterberisiko um 38 Prozent reduziert werden.

Allerdings konnte im Rahmen der Studie noch nicht geklärt werden, worauf genau dieser spezifische therapeutische Nutzen von Empagliflozin zurückzuführen ist. Es könnte sich dabei letztlich auch um einen Effekt handeln, der allen SGLT-2-Hemmern gemeinsam ist. Um diese Frage zu klären, werden folglich weitere Studien notwendig sein. Ungeachtet dessen steht aber bereits jetzt fest, dass in der Diabetes-Therapie die SGLT-2-Hemmer zu den wichtigsten Weiterentwicklungen der letzten Jahre gehören.

Sie möchten mehr über die Wirkungsweise und Nebenwirkungen der SGLT-2-Hemmer wissen? In unserer Praxis beraten wir Sie gerne. Darüber hinaus stehen wir Ihnen natürlich auch bei allen weiteren Fragen zum Thema Diabetes zur Verfügung.


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