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Kleiner Chip, große Wirkung

Bald könnten Diabetiker ihren Blutzucker nur mit Hilfe eines Chips im Auge kontrollieren.

Für viele Menschen die von Diabetes betroffen sind klingt es zu schön, um wahr sein zu können: Wenn es nach den Forschern des Frauenhofer-Instituts geht, soll die tägliche Blutzuckermessung mit einem Stich in den Finger in einigen wenigen Jahren der Vergangenheit angehören. Ein neuartiger Mini-Chip im Auge soll das übernehmen.

Forschern des Frauenhofer-Instituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg ist es gelungen, einen Biosensor im Nanoformat zu entwickeln. Dieser soll in der Lage sein, den Blutzucker auch in anderen Gewebsflüssigkeiten als Blut messen zu können. Alternativen sind Schweiß und Augenflüssigkeit.

Örtliche Betäubung ausreichend

An der Uniklinik Heidelberg wurde Patienten im Rahmen einer Testreihe dieser Mini-Chip in das Auge gesetzt. Das Einsetzen dauert lediglich drei Minuten und kann bei örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Am Anfang kann der Chip zu einem leichten Fremdkörpergefühl führen, das sich aber rasch legt.

Permanente Kontrolle

Der Chip misst im Augenbindegewebe den Blutzuckerspiegel. Das Ergebnis übermittelt er an ein mobiles Empfangsgerät, etwa in der Größe eines Handys. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Betroffene zu jeder Zeit seinen Blutzuckerspiegel im Blick hat.

Letztes Problem: Haltbarkeit

Ein Problem gibt es noch bei diesem System: Die Haltbarkeit des Chips im Auge muss von den Forschern noch verbessert werden. Ziel ist es, dass der Chip mehrere Wochen oder sogar Monate getragen werden kann. Bis es jedoch so weit ist, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern.

Doch auch, wenn Patienten noch eine Weile warten müssen, bis das System einsatzfähig ist: sie können darauf hoffen, dass der lästige Pieks in den Finger bald der Vergangenheit angehört.

Ein Video zum Thema finden Sie hier.