A A A

Künstliche Bauchspeicheldrüse in Sicht!

Die künstliche Bauchspeicheldrüse ist schon länger ein Thema in der Forschung. Wir selbst haben erst im August darüber berichtet – jetzt kommt das erste System in den USA auf den Markt. Doch in der Technik denken die Forscher bereits einen Schritt weiter.

Eine Erleichterung für Typ-1-Diabetiker

Eine Heilung für Typ-1-Diabetes ist nach aktuellem Forschungsstand noch nicht möglich. Allerdings sollen neue Technologien die Behandlung der chronischen Erkrankung erleichtern.

Das Medtronic 670G arbeitet in einem sogenannten „hybrid-closed-loop, also einem geschlossenen Regelkreis. Das heißt, das System übernimmt die Messung des Blutzuckerspiegels und passt die Hormongabe automatisiert an.

Der Begriff „hybrid“ bezieht sich dabei darauf, dass man die Menge der zu sich genommenen Kohlehydrate noch selbst eingeben muss. Das Medtronic 670G kommt in diesem Frühjahr in den USA auf den Markt. Für Deutschland ist die Markteinführung bereits 2018 geplant.

Insulin und Glukagon

Doch die Forschung ist schon weiter: Der nächste Schritt sind wohl Systeme, die nicht nur mit Insulin arbeiten, sondern auch mit Glukagon.

Insulin – das dürfte den meisten bekannt sein – sorgt für die Senkung des Blutzuckers. Es dockt an die Insulinrezeptoren der Zellen an und sorgt dafür, dass Glukose aus dem Blut in den Zellen aufgenommen werden kann. Dort wird der Zucker über die Zellatmung in Energie umgewandelt – der Blutzuckerspiegel sinkt.

In den Leberzellen wird die Glukose in Glykogen umgewandelt und eingelagert. Glykogen ist ein langkettiges Zuckermolekül, das unserem Körper als Energiespeicher dient.

Glukagon ist der Gegenspieler von Insulin: Das Hormon spaltet das eingelagerte Glykogen und sorgt so dafür, dass Glukose aus der Leber wieder ins Blut abgegeben wird – der Blutzuckerspiegel steigt.

Ein entscheidender Vorteil in der Regelung

Ein System, dass die Abgabe beider Hormone steuert, wirkt wie das Zusammenspiel von Bremse und Gas im Auto. Insulin bremst den Blutzuckerspiegel – Glukagon erhöht ihn.

Im Gegensatz zu einer Technik, die nur mit Insulin arbeitet, kann hier nicht nur die Überzuckerung bekämpft werden. Auch dem Unterzucker, zum Beispiel im Schlaf, würde eine Pumpe mit zwei Kammern entgegenwirken.

Dagegen steht, dass Glukagon bisher nur in Notfallsets zur Verfügung steht. Für die Pumpentherapie ist das Hormon als Präparat bisher noch nicht zugelassen.

Bild: pixabay - nightowl